Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen

Fasching und der Tag danach

Was Alkohol im Körper wirklich auslöst

Ob Fasching, Karneval oder eine lange Feier: Viele Menschen kennen das unangenehme Gefühl am nächsten Morgen. Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, trockener Mund oder ein starkes Erschöpfungsgefühl gehören zu den typischen Begleiterscheinungen eines sogenannten „Katers“. Doch warum geht es dem Körper nach Alkoholkonsum oft so schlecht - und was kann man präventiv sowie regenerativ tun?

Was passiert im Körper beim Alkoholkonsum?

Alkohol (Ethanol) ist für den Körper eine toxische Substanz. Sobald Alkohol aufgenommen wird, beginnt die Leber mit dem Abbau. Dabei entsteht zunächst Acetaldehyd - ein hochreaktives und zellschädigendes Zwischenprodukt. Erst im nächsten Schritt wird Acetaldehyd zu Essigsäure weiterverarbeitet und schließlich in Wasser und Kohlendioxid zerlegt.

Dieser Abbauprozess belastet den Organismus auf mehreren Ebenen:

  • Die Leber arbeitet unter Hochdruck
  • Wichtige Enzymsysteme werden stark beansprucht
  • Antioxidative Schutzmechanismen werden verbraucht
  • Der Mineralstoff- und Flüssigkeitshaushalt gerät aus dem Gleichgewicht

Warum entstehen Kopfschmerzen,
Übelkeit und Erschöpfung?

Mehrere biochemische Prozesse laufen parallel ab:

  1. Flüssigkeits- und Elektrolytverlust
    Alkohol wirkt harntreibend. Dadurch verliert der Körper vermehrt Wasser sowie Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium. Die Folge sind Dehydrierung, Kopfschmerzen, Muskelschwäche und Kreislaufprobleme.
  2. Belastung des Nervensystems
    Acetaldehyd kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem. Das erklärt Symptome wie Kopfschmerzen, Benommenheit, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme.
  3. Entzündungsreaktionen
    Alkohol fördert die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe. Diese systemische Entzündungsreaktion trägt zu allgemeinem Unwohlsein, Gliederschmerzen und Müdigkeit bei.
  4. Blutzuckerschwankungen
    Alkohol hemmt die Glukosefreisetzung aus der Leber. Besonders nachts kann es dadurch zu Unterzuckerungen kommen, was sich am nächsten Tag in Schwäche, Zittern oder Heißhunger äußert.
  5. Beeinträchtigte Schlafqualität
    Auch wenn Alkohol müde macht, verschlechtert er die Schlafarchitektur. Die Tiefschlaf- und REM-Phasen werden reduziert, wodurch die nächtliche Regeneration gestört ist.

Vorbeugung:

Was hilft vor und während des Feierns?

Ein Kater ist kein Zeichen von „Schwäche“, sondern Ausdruck biochemischer Überlastung. Prävention setzt daher an mehreren Punkten an:

  • Ausreichend essen: Eine ausgewogene Mahlzeit mit Eiweiß, gesunden Fetten und komplexen Kohlenhydraten verlangsamt die Alkoholaufnahme.
  • Genug trinken: Wasser oder mineralstoffreiche Getränke zwischen alkoholischen Getränken helfen, den Flüssigkeitsverlust zu reduzieren.
  • Maßvoller Konsum: Je geringer die Alkoholmenge, desto geringer die Belastung.
  • Nährstoffversorgung: Bestimmte Vitamine und Mineralstoffe werden beim Alkoholabbau verstärkt verbraucht.

Ernährungstechnisch können vorab besonders sinnvoll sein:

  • Eiweißreiche Lebensmittel
  • Gemüse und Obst mit antioxidativen Pflanzenstoffen
  • Mineralstoffreiche Lebensmittel

Reset danach:

Was hilft dem Körper beim Regenerieren?

Ist der Kater bereits da, geht es darum, den Körper bei Entgiftung, Regeneration und Rehydrierung zu unterstützen.

  1. Flüssigkeits- und Elektrolytverlust
    Wasser, Kräutertees oder mineralstoffreiche Getränke helfen, den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt wieder auszugleichen.
  2. Leberstoffwechsel unterstützen
    Die Leber benötigt für ihre Entgiftungsarbeit unter anderem B-Vitamine, Aminosäuren und Spurenelemente. Eine ausreichende Versorgung kann den natürlichen Regenerationsprozess unterstützen.
  3. Antioxidative Nährstoffe
    Beim Alkoholabbau entstehen vermehrt freie Radikale. Antioxidative Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe helfen, oxidativen Stress zu puffern.
  4. Leichte, nährstoffreiche Kost
    Leicht verdauliche Mahlzeiten mit Gemüse, Suppen oder Eiweißquellen belasten den Körper weniger und liefern dennoch wichtige Bausteine.
  5. Ruhe und Schlaf
    Regeneration benötigt Zeit. Ruhephasen, frische Luft und ausreichend Schlaf sind essenziell, um wieder in Balance zu kommen.

Warum fühlt man sich
manchmal noch Tage später
„nicht ganz fit“?

Je nach individueller Stoffwechselleistung, Nährstoffstatus und Belastung kann es mehrere Tage dauern, bis sich der Organismus vollständig erholt hat. Besonders die Leber und das Nervensystem benötigen Zeit, um wieder in ihren Normalzustand zurückzufinden.

Fazit:

Kater sind kein Zufall, sondern Biochemie

Ein Faschingskater ist die logische Folge komplexer biochemischer Prozesse. Flüssigkeitsverlust, Nährstoffverbrauch, Entzündungsreaktionen und gestörte Regeneration greifen ineinander. Wer diese Mechanismen versteht, kann gezielt vorbeugen und dem Körper nach Belastungen bewusste Erholungsphasen ermöglichen.

Ein bewusster Umgang mit Alkohol, eine nährstoffreiche Ernährung und eine unterstützende Versorgung des Körpers können dazu beitragen, schneller wieder in die eigene Energie und Leistungsfähigkeit zurückzufinden - nicht nur nach Fasching, sondern generell im Alltag.